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Endys Lyrik

Die Abfolge

Wie eine Kette aus umstürzenden Dominosteinen schlägt das Leben die unterschiedlichsten Bahnen durch unser Sein. Jedes Ereignis stößt ein weiteres an, teilt sich auf, verzweigt sich, umschlingt einander, gestaltet sich aus. Doch keiner der umgefallenen Steine fällt gänzlich aus dem Spiel heraus. Sie alle bleiben liegen, verwurzeln sich, bilden auf dem Absatz des Lebens neue Spielbretter, weitere Sedimentschichten. Sie wirken fruchtbar oder zerstörerisch, strahlen Kräfte aus und beeinflussen, bis zum Ende unseres Seins, das sich auf ihnen stets weiterspinnende Spiel der sich gegenseitig anstoßenden Lebensereignisse.

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Endys Lyrik

Das zerbrochene Zimmer

Unzählige Fragmente des zerbrochenen Zimmers liegen chaotisch nebeneinander dar und nur wenige Überbleibsel ermöglichen es gerade noch, den ursprünglichen Zustand erahnen zu lassen.
Die Kraft welche sich hier entfaltete und den Raum zur Gänze aus seiner Angel warf, scheint so exotisch gewesen zu sein, dass es ein unmögliches Unterfangen wäre, heraus zu finden, was hier geschah. Zu den Fragmenten gesellen sich verschiedenste spiegelglatte Kristalle, welche aus dem gespaltenen Boden sprießen und die Szenerie in ein verschrobenes Kaleidoskop verwandeln. Sie reflektieren alles in einem unendlichen Wechselspiel und brechen das noch vorhandene Licht, in den unterschiedlichsten Spektren auf. Durch die Zersplitterung der Wände entgleitet selbst den umliegenden Räumen ihre tiefe Identität. Denn aufgehoben sind die schützenden Grenzen des Mauerwerks und so verschmilzt jene unbekannte Kraft alle Konturen zu einer neuen Form.

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Endys Lyrik

Göttin Dementia

Der Geist dieser Welt ist zum Verblassen da.
In seiner reinen Form – zu hell, zu klar und viel zu tief
So dringe ein und verknüpfe alle Anfänge und Enden, zu einem neuen Tempel, der nur deiner dient.
Du bist die Weberin, welche aus Fäden verworrene Labyrinthe spinnt, die Glaserin derer Brillen ins Unendliche gesprungen sind,
der trübe Saft, welcher von unten nach oben, durch unser Bewusstsein rinnt.
Du bist der Adler Ethon, welcher unsere aller Lebern frisst, das Fraktal, welches das Ganze durch den Tartaros bricht.
Dein Altar ist unsere Stirn, wo geopfert wird, dass heilige Hirn.
Bis alles, was war, nicht mehr zusammen passt.
Bis Dementia, vom Anfang zum Ende, alles umfasst.

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Endys Lyrik

Das Gewand

Eingepackt in einem scheinbar unendlich dichtem, unauflösbaren Gewand, drangen Jahrtausende lang, kaum noch Lichtstrahlen zu mir durch. Wenige Winde und selbst größte Stürme waren zu kraftlos, meine Lungen zu füllen. Myriaden Regentropfen reichten nicht aus, den Stoff zu durchnässen. Kein Getrommel laut genug, den Schall in meine Ohren zu tragen und keine Liebe nah genug, mich zu erwärmen.
So war es mir nie möglich zu wachsen, um neue Welten zu erobern.
Nie möglich, dass heilige Prana durch meine Lungen zu ziehen, um mein Wesen mit Energie zu füllen.
Nie möglich, Durst oder Neugier zu stillen, um Erfüllung zu erfahren oder gar einen Funken zu erhaschen, welcher in mir ein loderndes Feuer entzünden würde.
Das Gewand gleich einem undurchdringlichen Kokon, dessen verwobenes Garn, dass Entschlüpfen auf ewig verwehrt.

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Endys Lyrik

Die Schwelle

Wären die Grenzen des Überganges vom Traum zum Erwachen nur fließender, durchlässiger. Vom nebligen Erwachen zur Kontur gebenden Klarheit. Vom flüssigen Traumzustand zum kristallisierten Wachsein. Läge die Macht zwischen Traum und Realität in meinen Händen, so würde der Traum niemals enden – ich würde ihn ergreifen, in mich verweben und stets als Chimäre durch die Welten wandeln. Keine Schwelle wäre dicht genug, mich zu trennen, mich fernzuhalten von der Vollständigkeit. Ihre Siebkraft und der unentrinnbare Sog der äußeren Welten würden meine Seele nicht filtern, nicht scheiden können. Keine Vollmacht besitzen, meinem Bewusstsein den flüssigen Seelenkern zu entreißen. Nicht der Kraft befähigt sein, widerstandslos mich meiner leuchtendsten Elemente zu berauben. Mein Wesen zu fragmentieren und in ein dunkles Gebäude zu bannen. Jenes Haus, welches mich mein innerstes Wesen leugnen lässt, welches meine Sinne, meine Gedanken formt und mein Herz zügelt. Jener Ort welcher mein Feuer, mein Licht dämpft und zu einem kleinen Funken erkalten lässt. Wo finde ich den Baum, der mir den Geist offenbart, mich die Zauberformel lehrt, mich ermächtigt den Bann zu brechen, mir die Handfesseln löst um mich, in einer durch alle Schwellen wandelnde Chimäre, zu verwandeln.

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Endys Blog

Eine Komplexer werdende Welt und das individuelle Aufklären eben dieser

Im Jahre 2020 stellt sich die Welt so komplex wie nie zuvor dar.

Wo sich normalerweise das Verständnis von der Welt mit dem Fortschritt der Jahre Stück für Stück aufklärt, scheint es nun so, das die Welt und das Geschehen auf ihr sich wieder schrittweise vernebelt und in undurchdringlicher Dunkelheit verfängt.

Wer die Welt verstehen möchte, steht vor einem Gebirge mit dem äquivalent von 1000 Mount Everest an unterschiedlichsten Entwicklungen und jeden Tag kommen neue Bergketten dazu.

Die Welt wird nicht einfacher, die Welt wird schwerer.

Scheinbar wächst die Vielfalt an Entwicklungen exponentiell. Unendlich viele Variablen, welche die Zukunft immer schwieriger einschätzen lassen und so für eine zunehmende Unsicherheit und Verlust von Urvertrauen den Boden bereitet.

Wenn man nun aber doch den Urtrieb der Neugier und das stillen des Wissensdurstes in sich verspürt und unbedingt die Welt verstehen möchte, stellt sich die Frage, wo man überhaupt anfängt. Wo fängt man an, wenn man nun z.B so etwas Komplexes wie eine gesellschaftliche Entwicklung verstehen möchte?

Im Jahre 2020 stellt sich die Welt so komplex wie nie zuvor dar.

So trivial es sich nun auch anhören mag, so muss man natürlich am „Anfang“ anfangen. Man muss sich überlegen, wann eine Entwicklung zum erst mal zu Tage trat und dann noch ein weiteres Mal schauen, wann die Entwicklungen begannen, welche zu einer bestimmten Entwicklung führten. Wer etwas im Heute verstehen möchte muss immer zurückschauen.

Und das Schauen ist in diesem Fall eine Metapher dafür, sich spezifisches Wissen anzueignen. Sich selber eigene Gedanken machen, selber versuchen logische Schlüsse zu ziehen, und sich Fragen aufwerfen, welche zu dem Kern einer Sache führen. Man muss schauen, wo der eigene Istzustand zu den jeweiligen Themen ist. Was weiß ich bereits, was vermute ich, wo habe ich generelle Lücken, was habe ich für Möglichkeiten diese Lücken zu füllen und kann ich mit dem was ich bisher zusammengetragen habe, ein wenig herum spekulieren.

Dann geht man auf die „Weltbibliothek“ über. Was haben andere bereits zu diesen Themen erarbeitet. Man sucht nach Büchern mit Themen die in Richtung der Fragestellung gehen, man schaut, ob es eventuell Dokus gibt, die man gucken kann, ob es spezifische Zeitschriften gibt, bei denen man gegebenenfalls Ausgaben nachbestellt, ob es Artikel und Videos dazu im Internet auf Portalen oder Blogs gibt.

Wenn man Antworten auf Fragen haben möchte, muss man recherchieren. Das ist Arbeit. Aber diese Art der Arbeit zahlt sich unendlich-fach für die eigene innere Entwicklung aus. Man wächst mit der Erkenntnis. Alleine das recherchieren an sich, das Suchen, das gezielte Fragen, das Spekulieren… All dass sorgt dafür, das der eigene Geist an neuer und fester Struktur gewinnt. Man lichtet seinen Geist. Man erzieht sich selbst zu etwas Höheren. Man erarbeitet sich einen höheren Horizont, auf dem man zurecht stolz sein kann.

Dieser wachsende Geist wird einem auf ewig begleiten und stets fruchtbar ausstrahlen.

Auch wird man im Verlauf immer Geübter und schneller. Man bekommt ein Gespür dafür, in welche Richtungen man schauen muss, um die gesuchten Antworten zu finden.

Je mehr man dann dieses gezielte Arbeiten und Erziehen vollführt, umso mehr lichtet sich die Dunkelheit und Komplexität, in welcher man die Welt zuvor betrachtet hat.

In diesem Blog werde ich versuchen, unter anderem nach dieser „Art der Aufklärung“ zu arbeiten.

Endymion

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Endys Blog Neue Beiträge

Gedanken in einem bestehenden Meer von Milliarden anderen

Schon seit über einem Jahrzehnt spiele ich immer wieder mit dem Gedanken, einen Blog zu starten.

Einen weiteren Blog unter tausenden. Einen weiteren Blog mit Gedanken und Ideen, wie sie zu Myriaden malen bereits gedacht und ausgedrückt wurden.

Im Jahre 2020 gibt es eigentlich kaum noch etwas, das nicht bereits gedacht wurde. Was nicht aktuell gedacht wird und was auch in Zukunft noch tausende male durch die Köpfe der Menschen fließt.

Warum seine Gedanken in einem bestehenden Meer von Milliarden dazu rinnen lassen..

Warum in einem Meer aus Milliarden Gedanken weitere Male eintauchen.

Warum dies Meerwasser trinken und durch den eigenen Körper fließen lassen.

Warum die eigenen Zellen mit diesem Wasser speisen.

Es ist die innere Natur die uns dazu bestimmt, alles Äußere aufzunehmen und zu verstoffwechseln. Es zu verinnerlichen, verdauen und alle Überbleibsel – welche nicht genutzt werden- wieder aus zustoßen. Egal ob es materielle Nahrung ist oder stete geistige Erfahrung.

Wir befinden uns permanent in Wechselwirkung mit unserer Umwelt.

So ziehen wir stets das Äußere nach innen und stoßen das Innere nach außen ab. Das Äußere beeinflusst uns und wir beeinflussen das Äußere. Und je nach Umstand überwiegt mal das eine und mal das andere.

Mal sind wir es, welche Tag ein und Tag aus durch unzählige äußere Gedanken gefüttert oder gemästet werden, mal sind wir, es welche andere durch unsere Gedanken und Worte füttern oder mästen. Eine stete Dichotomie zwischen Aufnahme und Abgabe. Zwischen Inhalation und Exhalation.

Die Dimensionen, welche dieses Spiel annimmt, sind so gewaltig, das dem gegenüber selbst der Olympus Mons (auf dem Mars) wie ein einfältiger Zwerg wirkt. Aber auch der Olympus Mons (als Sitz der griechischen Götter) mit all seinen Ränkespielen und Einflüssen auf die Welt der Sterblichen, ist nichts im Gegensatz zu dem, was wir unter einander miteinander erleben und durchleben. Auch Götter und Engel sind törichte Einfaltspinsel im Gegensatz zu uns Menschen, welche seit Jahrtausenden durch ein Gebirge der höchsten Gipfel und tiefsten Täler umher schreiten. Die Menschheit watete unzählige Male durch des Tartaros Höllenfeuer, wo selbst die Fürsten und Dämonen an unserem Leid erschraken und unzählige Male überragten wir die reinsten Götter um Äonen und ließen sie wie die schmutzigsten Staubfänger dastehen.

Das irdische Spiel, welches sich um das „Individuum im Tanze mit dem Kollektiv“ dreht, findet auf Myriaden unterschiedlicher Bühnen statt. Es gibt kaum ein Stück, welches nicht gespielt und kaum noch Bühnen die nicht bereits gebaut wurden. Schriftsteller und Architekten dieser Welt haben fast alles geschrieben, alles gebaut. Und was noch fehlt, ist der ultimative Abschluss.

Das was alles zerstört oder das, was alles heilt.

Was heute in der Welt an einem Tag geschieht, ist gefüttert mit Geschichten und Umständen, welche vor vielen Generationen ganze Jahre ausfüllen konnten. Was heute in einem Jahr passiert, wäre damals in Jahrzehnten nicht geschehen. Und was heute in einer Dekade geschieht… Damals hätte man damit Jahrhunderte reichhaltig auskleiden können.

Das betrifft sowohl die Wechselwirkung der Individuen als auch der des Kollektives. Das, was auf den Menschen tagtäglich einströmt, sind Tonnen an Umstände und Erfahrungen und das, was auf die Menschheit tagtäglich an Geschehnissen niederprasselt… da wäre das Äquivalent die Masse vom Jupiter… Und um hier wieder auf die ursprüngliche Frage zurückzukommen.

-Das Theater mit all seinen Bühnenstücken ist viel zu interessant, um sich keine dieser vielen Geschichten genauer anzuschauen. Ich will die Stücke sehen und sie verstehen. Sie für mich in Korrelation bringen. Ich will durch das Meer tauchen, es inhalieren und ausatmen. Ich will bereits betretene Pfade entlang wandern und alte neu entdecken.

Und in der Zeit von vor einer Dekade, wo ich den ersten Blogeintrag schreiben wollte und heute, wo der erste Eintrag geschrieben wird, ist viel passiert. Es ist viel durch mich hindurchgeflossen und es wurde auch sehr viel ausgestoßen.

Ich habe viel gelernt, viel gesehen, viel gespürt, viel gelacht, viel geweint, viel gelitten und viel gestrahlt.

Und nun, wo das letzte Bühnenstück geschrieben und errichtet wird, möchte ich noch ein mal daran teilhaben, in dem ich all das auf eine eigene Bühne hieve.

Dieser Blog ist die einsame Masse

Auch wenn alles bereits gedacht wurde… So wir sind bloß „Zwerge auf den Schultern von Riesen“…

Endymion