Kategorien
Endys Lyrik

Das Gewand

Eingepackt in einem scheinbar unendlich dichtem, unauflösbaren Gewand, drangen Jahrtausende lang, kaum noch Lichtstrahlen zu mir durch. Wenige Winde und selbst größte Stürme waren zu kraftlos, meine Lungen zu füllen. Myriaden Regentropfen reichten nicht aus, den Stoff zu durchnässen. Kein Getrommel laut genug, den Schall in meine Ohren zu tragen und keine Liebe nah genug, mich zu erwärmen.
So war es mir nie möglich zu wachsen, um neue Welten zu erobern.
Nie möglich, dass heilige Prana durch meine Lungen zu ziehen, um mein Wesen mit Energie zu füllen.
Nie möglich, Durst oder Neugier zu stillen, um Erfüllung zu erfahren oder gar einen Funken zu erhaschen, welcher in mir ein loderndes Feuer entzünden würde.
Das Gewand gleich einem undurchdringlichen Kokon, dessen verwobenes Garn, dass Entschlüpfen auf ewig verwehrt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.